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Eine Gruppe Radfahrer auf der Straße an einem grauen Wintermorgen, mit eingeschaltetem Licht und in Winterkleidung.

So planst du ein Winterprogramm, das deine Mitglieder durchhalten

Nicht der ehrgeizigste Winterplan gewinnt den Winter, sondern der machbarste.

Die Uhr ist gerade umgestellt, die Abende sind dunkel und die Beteiligung an der Vereinsausfahrt beginnt zu sinken. Jeder Verein kennt das Muster: Im November steht ein voller Winterplan im Kalender, und im Januar stehen noch drei Mitglieder am Vereinsheim. Das liegt selten an den Mitgliedern. Es liegt fast immer am Programm, das für den Verein vom September gemacht wurde und nicht für den vom Januar.

In diesem Artikel stellen wir ein Winterprogramm in fünf Schritten auf, mit einem Grundsatz, der in jedem Schritt wiederkehrt: Durchhalten geht vor Ehrgeiz. Ein kleiner Plan, der den ganzen Winter läuft, bringt im März fittere und engagiertere Mitglieder als ein voller Plan, der auf halbem Weg stehen bleibt.

Schritt 1: Fang bei dem an, was machbar ist, nicht bei dem, was möglich ist

Die Versuchung ist groß, den Sommerkalender einfach weiterzuführen: drei Ausfahrten pro Woche, mehrere Niveaus, alles bleibt, wie es war. Aber der Winter ist eine andere Jahreszeit. Es ist länger dunkel, das Wetter spielt öfter nicht mit und die Terminkalender deiner Mitglieder sind voller mit anderen Dingen.

Wähle deshalb ein Programm, das du sicher einhalten kannst. Eine Ausfahrt pro Woche, die immer stattfindet, bindet mehr Mitglieder als drei, die manchmal stattfinden. Genau diese Verlässlichkeit ist es, worauf Mitglieder bauen: Wer weiß, dass sonntags um halb zehn gefahren wird, plant sein Wochenende drumherum. Wer dreimal für eine abgesagte Ausfahrt am Vereinsheim stand, bleibt bis März weg. Setze also einen festen Termin, zum Beispiel den Sonntagmorgen, und halte den den ganzen Winter durch. Ausweiten kannst du immer noch, wenn die Beteiligung es zulässt.

Schritt 2: Mach die Erwartungen pro Ausfahrt klar

Im Sommer weiß jeder ungefähr, was eine Vereinsausfahrt bedeutet. Im Winter werden die Unterschiede größer: Der eine trainiert weiter, der andere hat das Rad sechs Wochen nicht angefasst. Nichts verschreckt ein zögerndes Mitglied so schnell wie eine Ausfahrt über seine Kräfte, in der Kälte, mit nassen Füßen.

Gib deshalb bei jeder Ausfahrt vorab das Tempo, die Distanz und die Dauer an. Dann weiß ein Mitglied vor dem Start, ob die Ausfahrt passt, und auch der Zweifler traut sich mitzukommen. Überlege für die Wintermonate, ein ruhigeres Tempo abzusprechen als im Sommer, und sag das auch dazu: Eine Winterausfahrt ist dafür da, zusammen draußen zu sein und die Grundlage zu erhalten, nicht um die Vereinsmeisterschaft vorab zu entscheiden. Fährst du mit einer größeren Gruppe, bestimme einen Gruppenführer, der das Tempo im Auge behält und die Gruppe zusammenhält.

Schritt 3: Plane Abwechslung ein

Ein Winterprogramm muss nicht sechzehnmal dieselbe Ausfahrt sein. Der Winter ist gerade die Jahreszeit, um die Bandbreite des Sports zu suchen: eine Mountainbike-Tour durch den Wald, eine Gravel-Ausfahrt über die Wege, die im Sommer zu voll sind, oder eine kurze Kaffeerunde für alle, die es ruhig angehen wollen. Abwechslung hält das Programm frisch für Mitglieder, die den nassen Asphalt eine Weile satt sind.

Abwechslung hat noch einen Vorteil: Sie bringt Mitglieder aus verschiedenen Ecken des Vereins zusammen. Der Rennfahrer, der nie zu einer Tourenfahrt kommt, schließt sich bei einer MTB-Ausfahrt an, und umgekehrt. Setze die besonderen Ausfahrten rechtzeitig in den Kalender, damit Mitglieder ohne Mountainbike eins organisieren können, und gib ihnen einen festen Platz im Plan, zum Beispiel jeden ersten Sonntag im Monat.

Schritt 4: Legt fest, was bei Dunkelheit und schlechtem Wetter passiert

Im Winter ist nicht die Frage, ob eine Ausfahrt einmal ausfällt, sondern wann. Genau deshalb gehört das ins Programm und ist keine Improvisation am Morgen selbst. Sprecht miteinander ab, wann eine Ausfahrt abgesagt wird, zum Beispiel bei Glatteis oder einer amtlichen Unwetterwarnung, wer das entscheidet und wo die Mitglieder es erfahren. Nichts ist so ärgerlich, wie umsonst zum Vereinsheim zu fahren, weil die Absage nur in einer Chatgruppe stand, die man verpasst hat.

Trefft auch Absprachen zum Fahren in der Dunkelheit und in der Dämmerung: Licht an jedem Rad, sichtbare Kleidung und in der Gruppe etwas mehr Abstand und ruhiger durch die Kurven. Das sind einfache Absprachen, aber sie gehören auf Papier und ins Programm, damit auch neue Mitglieder sie kennen. Ein Verein, der das geregelt hat, senkt die Hürde, im Winter zu kommen, deutlich.

Schritt 5: Halte Mitglieder auch zwischen den Ausfahrten eingebunden

Selbst mit einem guten Programm fährt niemand jede Woche mit. Der Unterschied zwischen einem Mitglied, das im März zurückkommt, und einem, das leise verschwindet, liegt oft in dem, was zwischen den Ausfahrten passiert. Gib Mitgliedern deshalb einen Grund, auch selbst weiter zu fahren.

Eine Winterwertung eignet sich dafür gut: eine Wertung, die von November bis März läuft, in der die Ausfahrten des Vereins zählen und zu der Mitglieder ihre eigenen Ausfahrten hinzufügen können. Es muss nicht um den Sieger gehen. Die Kraft liegt in der Sichtbarkeit: Mitglieder sehen, dass gefahren wird, auch im Januar, und das wirkt ansteckender als jeder Aufruf des Vorstands. Halte die Hürde niedrig und die Regeln einfach, dann macht auch das Mitglied mit, das nur sonntags fährt.

Klein, verlässlich und abwechslungsreich

Ein Winterprogramm, das Mitglieder durchhalten, ist klein genug, um immer stattzufinden, verlässlich genug, um darauf aufzubauen, und abwechslungsreich genug, um Spaß zu machen. Wer das hinstellt, hat im März einen Verein, der einfach weitergefahren ist.

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